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Atme ein, atme aus
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Atme ein, atme aus

9:59 MinFür alle

Eine sanfte Reise durch den Körper — vom Kopf bis zu den Zehen, jede Muskeln entspannt sich.

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Patrick

Patrick

Tief einatmen, loslassen — meine Geschichten helfen Kindern, Ruhe zu finden und friedlich einzuschlafen.

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Die Geschichte zum Lesen

Leg dich jetzt hin.

Ganz bequem. Arme neben dem Körper, oder wie es sich gut anfühlt. Kopf auf dem Kissen. Vielleicht streckst du dich noch einmal, ganz lang — Arme nach oben, Beine nach unten — und dann lässt du alles los.

Gut.

Atme einmal tief ein durch die Nase.

Fühl, wie sich dein Bauch hebt. Deine Brust weitet sich. Die Luft strömt rein — kühl, sauber, frisch. Du hast heute geatmet, ohne es zu merken. Tausende von Atemzügen. Und jetzt merkst du es zum ersten Mal richtig.

Und dann... lass los.

Die Luft fließt raus, durch den Mund. Warm. Langsam. Wie wenn man einen langen Seufzer loslässt, den man den ganzen Tag gehalten hat.

Noch einmal.

Ein. Bauch hebt sich. Brust öffnet sich.

Aus. Alles fließt raus. Schultern sinken. Hände werden weich.

Und noch einmal.

Ein. Tief. Weit.

Aus. Lang. Ruhig.

Du musst jetzt nichts tun außer atmen. Du musst nirgendwo hin. Kein Plan, kein Gedanke, kein Morgen. Der Tag ist vorbei. Er hat keinen Anspruch mehr auf dich.

Du atmest nur.

Ein.

Aus.

Ein.

Aus.

Dein Körper weiß, wie das geht. Er hat es immer gewusst. Du musst ihn nicht steuern — lass ihn einfach machen. Lass den Atem fließen, wie Wasser fließt: von selbst, in seinem eigenen Tempo, immer den Weg des geringsten Widerstands.

Noch einmal tief ein.

Und lang, lang aus.

Gut. Das hast du gut gemacht.

Ich möchte mit dir eine kleine Reise durch deinen Körper machen.

Wir fangen unten an — bei deinen Zehen.

Spür deine Zehen. Alle fünf an jedem Fuß. Vielleicht sind sie kühl, vielleicht warm. Vielleicht spürst du sie kaum. Das ist alles in Ordnung. Einfach hinspüren — nicht ändern. Und dann sag ihnen leise, innerlich: Ihr dürft jetzt ruhen. Ihr habt heute genug getan.

Und sie werden weich.

Jetzt die Füße. Der ganze Fuß. Die Ferse, schwer auf der Matratze. Die Mitte des Fußes. Der Ballen. Lass sie los. Weich.

Die Unterschenkel. Die Muskeln dort, die den ganzen Tag getragen haben. Sag ihnen: Danke. Jetzt dürft ihr aufhören. Sie entspannen sich. Weich.

Die Knie. Schwer und ruhig.

Die Oberschenkel. Breit und warm auf der Matratze. Lass sie sinken, noch tiefer.

Nun dein Becken. Dein unterer Rücken. Spür, wie dein Körper von der Matratze getragen wird. Du musst dich nicht halten. Du wirst gehalten.

Dein Bauch. Er hebt sich. Er senkt sich. Mit jedem Atemzug. Lass ihn einfach machen. Er atmet für dich.

Dein Brustkorb. Weit und offen. Mit jedem Einatmen eine kleine Welle — und dann wieder ruhig.

Die Schultern — wichtig. Sehr oft tragen wir die Schultern hochgezogen, ohne es zu merken. Den ganzen Tag. Fühl jetzt, wo deine Schultern sind. Und dann... lass sie fallen. Noch ein bisschen. Noch etwas. Genau. Da. So.

Die Arme. Die Oberarme, schwer. Die Unterarme, weich. Die Hände — offen, entspannt, Finger leicht gekrümmt wie schlafende Hände immer sind.

Den Hals. Weich. Lang.

Das Gesicht. Die Stirn glatt — keine Falte mehr. Die Augenbrauen entspannt. Die Augen geschlossen und weich. Die Wangen locker. Der Mund leicht geöffnet.

Dein ganzer Körper ist jetzt weich.

Von den Zehen bis zum Scheitel. Eine lange, ruhige, warme Welle der Entspannung, die durch dich hindurchgegangen ist.

Und du atmest.

Ein... und aus.

Ich zeige dir jetzt einen Ort.

Du musst nicht aufstehen. Du bleibst genau wo du bist — in deinem Bett, warm und weich. Aber in Gedanken nehme ich dich mit zu einem ganz besonderen Platz.

Stell dir vor: Du bist draußen. Es ist warm — die Sonne steht tief und wirft langes, goldenes Licht. Nicht heiß. Nur warm. Genau richtig.

Du bist auf einer Wiese. Das Gras ist weich und hoch — bis zu den Knöcheln vielleicht. Überall kleine Blumen: gelbe, weiße, ein paar blaue. Sie bewegen sich ganz leicht im Wind.

Der Wind ist sanft. Kaum zu spüren — mehr wie das Gefühl von jemandem, der vorsichtig über dein Gesicht streicht. Kühl. Ruhig.

Du setzt dich ins Gras.

Das Gras ist federweich unter dir. Du lehnst dich zurück — erst auf die Hände, dann ganz zurück, auf den Rücken. Der Himmel über dir ist weit und blau, mit ein paar Wolken, die langsam ziehen. So langsam, dass man denken könnte, sie stehen still.

Ein Schmetterling kommt vorbei. Er hat keine Angst vor dir. Er landet kurz auf einem Grashalm neben dir und faltet die Flügel auf und zu, als würde er nachdenken.

Dann fliegt er weiter.

Du liegst da.

Dein Atem geht tief. Die Erde unter dir ist fest und warm — sie trägt dich, genau wie dein Bett dich trägt. Du bist gehalten. Von oben kommt das Licht. Von unten kommt die Wärme.

In dieser Wiese passiert dir nichts. Diese Wiese ist deins. Du kannst immer hierherkommen — im Einschlafen, im Aufwachen, wann immer du einen ruhigen Platz brauchst.

Sie ist immer da.

Atme ein. Tief, durch die Nase, bis der Bauch sich hebt.

Atme aus. Lang, durch den Mund, bis gar nichts mehr übrig ist.

Die Wiese hält dich.

Du bist sicher.

Stell dir vor, du liegst nicht im Bett.

Du liegst auf einer Wolke.

Eine große, weiche, warme Wolke. Sie trägt dich vollständig. Du kannst nicht fallen — die Wolke hält dich. Sie ist weich wie der weichste Stoff, den es gibt. Noch weicher.

Die Wolke bewegt sich ganz langsam. Kaum merklich. Ein leises Schaukeln, wie eine Hängematte, die ein ganz kleiner Wind bewegt.

Um dich herum: Stille. Weites, offenes Blau. Keine Wolken außer deiner. Du bist hoch oben, aber du bist sicher. Du bist allein, aber du bist nicht einsam. Du bist einfach... frei.

Der Himmel über dir ist so groß.

Und du bist so klein darin. Und das ist wunderschön. So klein zu sein. Nicht verantwortlich für den ganzen Himmel. Nur verantwortlich für diesen einen Atemzug.

Ein.

Aus.

Die Wolke trägt dich.

Ein Vogel zieht in der Ferne vorbei. Du schaust ihm nach. Er verschwindet irgendwo im Blau. Und dann ist wieder Stille.

Dein Atem geht tiefer. Dein Körper sinkt noch ein bisschen tiefer in die Wolke. Als ob sie sich um dich formt. Als ob sie dich kennt.

Vielleicht schläfst du gleich ein, hier auf dieser Wolke.

Vielleicht träumst du dann weiter — vom Fliegen, oder von bunten Dingen, oder von gar nichts. Alle drei sind wunderbar.

Atme ein. Tief und langsam.

Atme aus. Lang und ruhig.

Die Wolke schaukelt ganz leise.

Du bist sicher hier.

Jetzt zähle ich mit dir.

Jede Zahl ist ein Atemzug. Ganz ruhig. Ganz langsam.

Eins. Einatmen... ausatmen. Der Körper wird schwerer.

Zwei. Einatmen... ausatmen. Der Tag wird weiter weg.

Drei. Einatmen... ausatmen. Du sinkst ein bisschen tiefer.

Vier. Einatmen... ausatmen. Alles wird ruhiger.

Fünf. Einatmen... ausatmen. Du bist fast da.

Sechs. Ganz langsam... ganz tief... ganz ruhig.

Sieben. Dein Körper ist so schwer, dass er kaum noch da zu sein scheint.

Acht. Die Gedanken werden stiller. Wenn ein Gedanke kommt — lass ihn. Er geht wieder. Du hältst nicht fest.

Neun. Der Atem wird flacher. Das ist richtig. Das ist gut. Im tiefen Schlaf atmet man so.

Zehn.

Du bist angekommen.

Kein Gedanke muss jetzt wichtig sein. Kein Plan muss gemacht werden. Kein Morgen kommt schon — er kommt von selbst, wenn er kommt. Du musst ihm nicht entgegengehen.

Jetzt ist nur Nacht. Nur Atem. Nur Stille. Nur du.

Du hast heute viel getan. Du hast gedacht und gefühlt und gelebt. Das war gut. Das war genug. Und jetzt ist Zeit für das Schönste: loslassen.

Dein Körper schläft schon fast. Die Augen schlafen. Die Hände schlafen. Die Schultern schlafen. Der Atem träumt schon.

Und gleich schläfst auch du.

Schlaf gut, Kleines.

Du hast alles richtig gemacht.

Schlaf gut.

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