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Die Zahl Fünf — Fünf Freunde, eine Reise
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Die Zahl Fünf — Fünf Freunde, eine Reise

10 Min4–6 Jahre

Fünf Tierfreunde machen sich auf den Weg zum Ende des Regenbogens — jeder hat ein Talent, das die anderen brauchen. Lea schaut zu.

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Die Geschichte zum Lesen

Lea streckte die Hand aus und schaute auf ihre fünf Finger.

Daumen. Zeigefinger. Mittelfinger. Ringfinger. Kleiner Finger.

Fünf. Alle unterschiedlich. Der Daumen war kurz und stark. Der Zeigefinger zeigte immer in die richtige Richtung. Der Mittelfinger war der Größte. Der Ringfinger war der Eleganteste. Und der kleine Finger — der war der Mutigste, weil er immer am Rand war, immer als letzter, und trotzdem nie aufhörte, dabei zu sein.

In dieser Nacht traumte Lea von fünf Freunden, die das Ende des Regenbogens suchten.

Der erste Freund war ein Fuchs namens Felix. Felix war der Schlaueste. Wenn die anderen nicht mehr wussten, wo es langging, dachte Felix nach, drehte den Kopf zur Seite und sagte: Links. Oder: Unter dem großen Stein durch. Oder: Warte, ich hab eine Idee.

Der zweite Freund war ein Bär namens Bruno. Bruno war der Stärkste. Er trug die Rucksäcke, wenn die anderen müde wurden. Er machte Äste zur Seite, die im Weg standen. Er hob die anderen über tiefe Pfützen, eine nach der anderen, ohne zu murren.

Der dritte Freund war eine Maus namens Mimi. Mimi war die Schnellste. Wenn man etwas herausfinden musste — ob hinter dem Hügel wirklich ein Fluss war, ob der Weg durch den Wald sicher war — flitzte Mimi voraus und war in einer Minute zurück.

Der vierte Freund war ein Igel namens Ingo. Ingo war der Vorsichtigste. Er sagte immer: Moment, haben wir auch an alles gedacht? Er hatte den Kompass dabei und die Karte und die Notvorräte und ein kleines Pflaster für den Fall, dass jemand hinfiel.

Und der fünfte Freund war ein Schmetterling namens Susi. Susi war die Fröhlichste. Sie flog voraus und rief, wenn es besonders schön war — wenn eine Wiese glänzte oder ein Teich spiegelte oder der Himmel sich rosa färbte. Sie machte aus der Reise ein Fest.

Fünf Freunde. Fünf Talente. Aber kein Talent war mehr wert als das andere.

Denn ohne Felix wussten sie nicht, wohin. Ohne Bruno kamen sie nicht durch. Ohne Mimi kamen sie zu langsam. Ohne Ingo vergaßen sie etwas Wichtiges. Und ohne Susi — ohne Susi wäre die ganze Reise nur ein Weg gewesen und kein Abenteuer.

Am Ende des Regenbogens, als sie endlich ankamen — nach langen Stunden, nach einer Brücke und einem Fluss und einem sehr steilen Hügel — wartete nichts außer einem Stück blauem Himmel, das ein bisschen heller war als der Rest. Kein Schatz. Kein Gold.

Ist das alles?, fragte Bruno.

Felix dachte nach. Dann sagte er: Das Ende ist immer ein Anfang von etwas anderem.

Mimi rannte schon wieder los, die Nase nach vorne, neugierig auf das Dahinter.

Ingo notierte in seinem kleinen Notizbuch: Ankommen um 16:42 Uhr. Kein Schatz. Aber alle wohlbehalten.

Und Susi flog ein letztes Mal über alle hinweg und rief: Das war die schönste Reise!

Lea wachte auf und streckte nochmal die Hand aus.

Daumen: wie Felix — findungsreich. Zeigefinger: wie Bruno — stark und verlässlich. Mittelfinger: wie Mimi — immer voraus. Ringfinger: wie Ingo — sorgfältig. Kleiner Finger: wie Susi — fröhlich und dabei, egal was kommt.

Fünf Finger. Fünf Talente. Eine Hand.

Sie machte eine Faust, ganz sanft, und hielt alle fünf zusammen.

Dann schlief sie ein.

Gute Nacht, Lea. Gute Nacht, Felix, Bruno, Mimi, Ingo und Susi. Die Zahl Fünf trägt alles, was sie braucht, ganz nah bei sich.

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