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Ibrahim und das Licht
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Ibrahim und das Licht

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Karim schaut zum Sternenhimmel und fragt, warum es so viele Götter in der Welt gibt. Mama erzählt von Ibrahim — dem Propheten, der allein und als Kind die Wahrheit über Allah suchte, und sie im Herzen fand.

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Iman

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Ich erzähle Geschichten aus dem Islam — ruhig, liebevoll und vollständig halal. Für kleine Ohren und neugierige Herzen.

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Die Geschichte zum Lesen

Karim stand am Fenster und schaute in den Abendhimmel.

Es war einer dieser klaren Abende, wo die Sterne einer nach dem anderen auftauchten — zuerst einer, dann drei, dann zehn, dann so viele, dass man nicht mehr zählen konnte.

Mama, rief er. Komm mal her.

Sie kam und stellte sich neben ihn.

In der Schule hat Mia gesagt, dass ihre Familie Weihnachten feiert und an Jesus glaubt. Und Leon sagt, seine Familie glaubt gar nichts. Und wir glauben an Allah. Warum ist das alle so unterschiedlich?

Mama schaute kurz zum Himmel, dann zu Karim.

Das ist eine der wichtigsten Fragen, die ein Mensch stellen kann, sagte sie. Komm, leg dich hin. Ich erzähle dir von einem Kind, das genau dieselbe Frage hatte — vor sehr, sehr langer Zeit. Einem Kind, das allein suchte und etwas Wichtiges fand.

Ibrahim wuchs in einer Zeit auf, wo alle Menschen um ihn herum Götzenbilder verehrten, begann Mama.

Götzenbilder?, fragte Karim.

Figuren aus Stein und Holz. Menschen hatten sie selbst gemacht — mit ihren eigenen Händen. Und dann sagten sie: Das ist unser Gott. Wir beten ihn an.

Aber Ibrahim — schon als kleines Kind — fand das seltsam. Er schaute die Figuren an und dachte: Diese Figuren sehen nichts. Sie hören nichts. Sie können niemandem helfen. Wenn ich sie umwerfe, fallen sie einfach um. Wie können das Götter sein?

Niemand um ihn herum verstand seine Frage. Nicht einmal sein Vater, der die Götzenbilder selbst herstellte.

Also suchte Ibrahim allein, sagte Mama. Er ging hinaus und schaute in den Himmel.

Wie ich gerade?, fragte Karim.

Genau wie du gerade, sagte Mama mit einem Lächeln.

Ibrahim schaute als erstes einen hellen Stern an, sagte Mama. Der Stern leuchtete wunderschön. Ibrahim dachte: Vielleicht ist das mein Gott?

Aber dann ging der Stern unter. Er verschwand hinter dem Horizont.

Und Ibrahim sagte: Ein Gott kann nicht verschwinden. Ein Gott muss immer da sein. Das ist nicht mein Gott.

Dann sah er den Mond — groß und strahlend. Noch viel schöner. Ibrahim dachte: Vielleicht ist der Mond mein Gott?

Aber auch der Mond wanderte am Himmel. Er wurde kleiner. Er verschwand im Morgengrauen.

Ein Gott, der verschwindet, ist kein Gott, sagte Ibrahim.

Dann kam die Sonne auf — riesengroß, warm, strahlend. Ibrahim dachte: Das ist sicher mein Gott. Nichts ist größer als die Sonne!

Aber auch die Sonne — went down. Der Abend kam. Sie verschwand.

Karim war ganz still.

Dann hat er gar keinen Gott gefunden?, flüsterte er.

Er hat etwas Besseres gefunden, sagte Mama.

Ibrahim schaute in den dunklen Himmel nach dem Sonnenuntergang, sagte Mama. Er war allein. Um ihn herum: nichts als Nacht.

Und dann spürte er etwas. Etwas, das er nicht sehen konnte — aber spüren konnte. Ganz tief innen.

Er dachte: Wer hat den Stern gemacht? Wer hat den Mond geschaffen? Wer hat die Sonne angeknipst?

Nicht die Sterne selbst. Nicht der Mond. Jemand musste da sein, der größer ist als all das. Der nicht erschaffen wurde — sondern selbst erschafft. Der nicht verschwindet — weil er überall ist.

Und in diesem Moment, sagte Mama, in diesem stillen, dunklen Moment — verstand Ibrahim: Es gibt einen Gott, den man nicht sehen kann. Nicht aus Stein. Nicht aus Holz. Nicht am Himmel zu finden wie ein Stern. Sondern überall. Immer. Ewig.

Und dieser Gott — das ist Allah.

Karim atmete tief.

Er hat ihn im Dunkeln gefunden?

Er hat ihn im Herzen gefunden, sagte Mama sanft. Das Dunkel war nur der Anfang. Das Licht war innen.

Aber Mama — warum glauben dann nicht alle dasselbe?, fragte Karim. Wenn Ibrahim das rausgefunden hat?

Mama dachte nach.

Ibrahim hat es herausgefunden, sagte sie. Und viele Propheten nach ihm haben dieselbe Botschaft gebracht. Musa. Isa. Muhammad, Friede sei mit ihnen allen. Die Botschaft war immer dieselbe: Es gibt einen Gott. Nur einen. Er liebt euch.

Aber Menschen hören manchmal nicht zu, sagte sie. Oder sie verstehen die Botschaft anders. Oder sie mischen andere Dinge dazu. Und über viele, viele Jahre entstehen verschiedene Wege.

Karim überlegte. Ist unser Weg richtig?

Wir glauben, dass er richtig ist, sagte Mama. Deshalb beten wir. Deshalb folgen wir dem Quran und dem Propheten Muhammad. Aber das bedeutet nicht, dass wir gemein zu Menschen sind, die anders glauben. Mia ist deine Freundin. Leon auch. Allah liebt alle Menschen — und wir sollen respektvoll sein.

Aber in unserem Herzen, sagte Karim langsam, glauben wir wie Ibrahim?

Genau wie Ibrahim, sagte Mama. Dass Allah da ist. Immer. Überall. Und dass er uns sieht.

Mama legte Karim die Decke über die Beine.

Weißt du, was schön ist?, sagte sie. Ibrahim hat allein angefangen zu suchen. Als Kind. Er hatte niemanden, der ihm sagte, was er glauben soll. Er hat einfach nachgedacht — und sein Herz hat ihm die Antwort gegeben.

Karim schaute zum Fenster. Der Mond war jetzt auch aufgegangen — rund und ruhig.

Ibrahim hat diesen Mond auch angeschaut, oder?, sagte er.

Ja, sagte Mama. Und dann hat er entschieden: Du bist schön, aber du bist nicht mein Gott.

Karim musste lachen.

Ich denke, dass Ibrahim mutig war, sagte er. Allein suchen, das ist mutig.

Mama nickte. Sehr mutig. Und weißt du was? Du hast heute Abend auch mutig gefragt. Eine große Frage gestellt. Das ist derselbe Geist.

Sie küsste seine Stirn.

Schau nicht zu lang auf den Mond, sagte sie. Sonst schläfst du nicht ein.

Karim grinste. Ich sage ihm, dass er schön ist — aber nicht mein Gott.

Mama lachte leise.

Gute Nacht, kleiner Ibrahim.

Gute Nacht.

Und du, kleines Kind — wenn du schläfst, ist Allah da. Nicht im Stern, nicht im Mond, nicht in der Sonne. Sondern näher als das alles. Näher als dein Herzschlag. Gute Nacht.

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