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Maryam und das Wunder
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Maryam und das Wunder

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Sara fragt ihre Mama, wer Maryam war — die Frau aus dem Quran, deren Name sogar eine ganze Sure trägt. Mama erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen, frommen Frau, der Allah ein Wunder schenkte.

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Iman

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Ich erzähle Geschichten aus dem Islam — ruhig, liebevoll und vollständig halal. Für kleine Ohren und neugierige Herzen.

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Die Geschichte zum Lesen

Sara hatte ein neues Buch aus der Schule mitgebracht. Nicht zum Lesen — zum Anschauen. Auf einer Seite war eine Abbildung von Buchstaben in einer fremden Sprache.

Mama, was steht da?

Mama schaute hin. Maryam, sagte sie. Das arabische Wort für Maryam.

Der Name?, fragte Sara.

Ja. Im Quran gibt es eine ganze Sure — ein ganzes Kapitel — das nach ihr benannt ist. Sure Maryam. Das ist eine große Ehre.

Wer war sie?

Mama legte das Buch beiseite.

Maryam war eine der außergewöhnlichsten Frauen, die je gelebt haben, sagte sie. Im Islam glauben wir, dass sie die ehrenwerteste Frau des Paradieses ist. Und ihre Geschichte ist eine der bewegendsten, die Allah uns erzählt hat.

Sara legte ihr Buch ins Regal und kletterte ins Bett.

Erzähl mir alles.

Maryam wuchs in einer besonderen Familie auf, begann Mama. Schon bevor sie geboren war, hatte ihre Mutter — Hanna — für sie gebetet. Sie hatte versprochen: Allah, dieses Kind, das ich trage, weiche ich dir.

Das bedeutet, sie wollte, dass ihre Tochter Allah dient, sagte Mama. Nicht als Königin. Nicht als Ehefrau. Sondern als jemand, der sein Leben ganz Allah widmet.

Sara stellte sich das vor.

Und das hat Maryam auch so gemacht?

Ja. Maryam wuchs im Tempel auf — dem heiligen Ort. Schon als kleines Kind betete sie viel. Fastete. Gedachte Allahs in jedem Moment. Die Menschen um sie herum merkten, dass sie besonders war.

Der Prophet Sacharja — ein alter, frommer Mann — war für sie verantwortlich. Und wenn er zu ihr kam, sah er etwas Seltsames: Es gab immer Essen bei ihr. Frisches Obst. Obwohl niemand es gebracht hatte.

Er fragte sie: Woher kommt das, Maryam?

Und Maryam sagte: Von Allah. Er gibt, wem er will, ohne Maß.

Eines Tages, erzählte Mama, zog sich Maryam zurück. Sie war allein. Weit weg von den anderen Menschen.

Und dann kam ein Besucher.

Sara wurde ganz still.

Ein Engel, sagte Mama. Im Quran steht: Er erschien ihr in der Gestalt eines Menschen — vollkommen.

Maryam erschrak. Sie war allein. Dieser Mensch — wer war das? Sie sagte: Ich suche Zuflucht bei dem Allerbarmer vor dir. Wenn du ihn fürchtest — geh weg.

Das war mutig, sagte Sara.

Sehr mutig, sagte Mama. Sie schützte sich. Sie kannte ihre Grenzen.

Aber der Engel sagte: Ich bin ein Bote deines Herrn. Ich komme, um dir einen reinen Sohn zu schenken.

Maryam war erstaunt. Wie kann ich einen Sohn bekommen? Kein Mann hat mich je berührt. Ich bin fromm und rein.

Und der Engel sagte: So ist es. Dein Herr sagt: Das ist für mich leicht. Wir machen ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zu einer Barmherzigkeit von uns.

Das Unmögliche, sagte Mama leise, ist für Allah nicht unmöglich.

Maryam trug dieses Geheimnis alleine, sagte Mama. Sie wusste, dass die Menschen nicht verstehen würden. Sie zog sich noch weiter zurück, an einen fernen Ort.

Und als die Stunde kam — sie allein, weit weg — war es sehr schwer. Sie sagte: Ach, wäre ich doch gestorben, bevor das geschah. Wäre ich doch vergessen.

Sara hörte das und wurde traurig. Sie war allein?

Sie war allein, sagte Mama. Aber Allah ließ sie nicht allein.

Ein Ruf kam von unten — ob es der Engel war oder das Kind, die Gelehrten streiten sich — aber der Ruf sagte: Sei nicht traurig. Dein Herr hat einen Bach unter dir fließen lassen. Und schüttle den Stamm der Palme — frische Datteln werden auf dich fallen.

Mama hielt inne.

Iss und trink und sei froh.

Sara ließ das sacken. Allah hat ihr Essen geschickt. Und Wasser. Genau im schwersten Moment.

Genau dann, sagte Mama. Er hat sie nicht vergessen. Nicht eine Sekunde.

Dann kam das Kind auf die Welt, sagte Mama. Und der Engel sagte ihr: Wenn du zu den Menschen zurückgehst und sie dich fragen — sprich nicht. Zeig auf das Kind.

Aber wie?, fragte Sara. Das Baby kann doch nicht sprechen.

Das war das Wunder, sagte Mama.

Maryam kam zurück zu ihrem Volk. Die Menschen sahen das Kind. Sie verstanden nicht. Sie waren böse. Sie riefen: Was hast du getan? Du kommst aus einer frommen Familie!

Maryam zeigte — ohne ein Wort zu sagen — auf das Kind.

Die Menschen wurden noch wütender. Wie sollen wir mit einem Kind reden, das in der Wiege liegt?

Und dann, sagte Mama — sprach das Kind. Das neugeborene Baby öffnete den Mund. Es sagte: Ich bin ein Diener Allahs. Er hat mir das Buch gegeben und mich zum Propheten gemacht.

Sara hatte Gänsehaut.

Ein Baby hat gesprochen?

Ein Baby hat gesprochen, sagte Mama ruhig. Dieses Kind war Isa — den Christen bekannt als Jesus. Auch er ist für uns ein Prophet — und seine Mutter Maryam ist eine der Auserwähltesten in der ganzen Geschichte.

Mama strich Saras Haare zurück.

Weißt du, was mich an Maryam am meisten beeindruckt?, sagte sie.

Sara schüttelte den Kopf.

Sie hat alleine gehalten, sagte Mama. Alleine. Kein Ehemann, keine Schwester, keine Freundin dabei. Allein in der Nacht, allein bei der Palme. Und trotzdem hat sie nicht aufgehört, Allah zu vertrauen.

Sie hat nicht gejammert?

Doch, sagte Mama. Sie hat gesagt, sie wäre lieber gestorben. Das war ein menschlicher Moment. Aber dann hat Allah ihr gezeigt: Ich bin da. Hier ist Wasser. Hier sind Datteln. Du schaffst das.

Und sie hat es geschafft, sagte Sara.

Sie hat es geschafft. Und was aus ihr wurde — das Kind, das in der Wiege sprach, der Prophet Isa — das wurde eine der größten Botschaften an die Menschheit.

Mama stand auf.

Wenn es dir jemals schwer geht, sagte sie — denk an Maryam. Allein. Aber nicht verlassen. Allah war dabei. Und er schickt immer einen Bach. Eine Palme. Irgendetwas.

Sie küsste Sara auf die Stirn.

Gute Nacht, meine starke Sara.

Gute Nacht.

Und du, kleines Kind — auch du bist nie allein. Allah sieht dich, so wie er Maryam gesehen hat. Und wenn du schläfst, wacht er über dich. Gute Nacht.

· 7:29 Min Min. Audio

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